Misteltherapie

Die Mi­stel­the­ra­pie bei Krebs­er­kran­kun­gen wur­de vom Begründer der An­thro­po­so­phie Ru­dolf St­ei­ner (1861-1925) und der Ärztin Ita Weg­man (1876-1943) entwickelt.

Ver­wen­det wird die weißbee­ri­ge Mi­stel (Vis­cum al­bum) von ver­schie­de­nen Wirts­bäu­men. In unserer Praxis wird die Mistel zur er­gän­zen­den Krebs­be­hand­lung bei be­stimm­ten bös­ar­ti­gen Tu­mo­ren im Sinne einer unspezifischen Reiztherapie ein­ge­setz­t.

For­schungs­er­geb­nis­se zei­gen, dass die immunologische Wirkung der Mi­stel sehr kom­plex ist. Die Mi­stel ist ver­mut­lich ei­ne der meist­un­ter­such­ten Heil­pflan­zen. Bis heu­te wur­den über tau­send In­halts­stof­fe entdeckt.

Für ver­schie­de­ne In­halts­stof­fe wur­de ein­zeln und im Ex­trakt in vi­tro ge­zeig­t, dass sie zy­to­to­xisch wir­ksam sind und den pro­gram­mier­ten Zell­to­d, die so ge­nann­te Apo­pto­se, in­du­zie­ren können. Sie fördern die An­gio­ge­ne­se (Wachstum von Blutgefäßen) und können die Zell-DNA schüt­zen bzw. be­strah­lungs­in­du­zier­te Schä­den der DNA re­pa­rie­ren hel­fen. Na­tür­li­che Kil­ler­zel­len, B- und T-Lym­pho­zy­ten, Gra­nu­lo­zy­ten, Mo­no­zy­ten, Ma­kro­pha­gen und den­dri­ti­sche Zel­len wer­den sti­mu­liert und in ih­rem Ver­hal­ten positiv be­ein­fluss­t, vie­le Zy­to­ki­ne wer­den in­du­zier­t. In ei­ner Rei­he von Tier­versuchen wa­ren Mi­ste­lex­trak­te an­tit­u­mo­ral wirk­sam.

In der Re­gel wird der Ex­trakt der Mi­stel vom Pa­ti­en­ten un­ter die Haut (sub­ku­tan) oder, im kli­ni­schen Rah­men, durch Ärz­te di­rekt in das Tu­mor­ge­we­be ge­spritz­t. Mög­lich sind auch an­de­re Ver­ab­rei­chungs­for­men wie Infusionen. In unserer Praxis bieten wir die subkutane Anwendung an und zeigen Patienten und/oder Familienangehörigen, wie sie die Therapie anwenden können.